Die Destillation von Schnaps

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Scheibenfrostschutz destillieren
Von: DarkStone am 05.04.2020 18:50:25 | Region: Bayern

Hallo zusammen,


hat jemand Erfahrung damit, Scheibenfrostschutzmittel (oder entsprechende Reiniger auf Ethanol-/Isopropylakloholbasis) zu destillieren?


Hintergrund: Seit Wochen ist Desinfektionsmittel nur noch zu horrenden Preisen und meist auf dem Schwarzmarkt zu erhalten. Gleichzeitig wird aber Scheibenfrostschutz in Supermärkten günstig auf Grund des Saisonendes abverkauft. Die Grundlage ist m.W. jeweils ein Alkohol, der sich als Desinfektionsmittel eignen würde (Flächendesinfektion).


Für circa einen Liter Desinfektionsmittel sind laut WHO folgende Inhaltsstoffe nötig:
830 Milliliter Ethanol (96 Prozent) oder 750 Milliliter Isopropylalkohol (99,8 Prozent)
42 Milliliter Wasserstoffperoxid (3 Prozent)
15 Milliliter Glycerin (98 Prozent)
110 Milliliter abgekochtes Wasser (für Isopropylalkohol circa 193 Milliliter abgekochtes Wasser) 

Wasserstoffperoxid ist nach wie vor einigermaßen gut erhältlich. Zwar teuer, aber noch nicht extrem. Gleiches gilt für Glycerin.


Meine Idee: Wenn ich Scheibenfrostschutzmittel 2fach (ggf. 3fach) destilliere, müsste ich einen entsprechend reinen Alkohol erhalten. Zusammen mit den übrigen Zutaten, also ein einfaches Flächendesinfektionsmittel herstellen können. Das der Alkohol nicht trinkbar ist, sollte natürlich jedem klar sein.


Klar, ich könnte natürlich auch selbst Alkohol über Turbohefe erzeugen, aber da habe ich zum einen eine zeitliche (und mengenmäßige) Komponente, zum anderen natürlich auch eine rechtliche. Im Falle von Scheibenfrostschutz handelt es sich ja bereits um vergällten Alkohol, der auch schon versteuert ist. Insofern habe ich hier dann auch keine Steuerhinterziehung.


Fusel aus dem Supermarkt wäre natürlich auch eine Option, aber das wird insgesamt auch wieder sehr teuer (Korn/Doppelkorn o.ä.), so dass ein Einkauf des Desinfektionsmittels auf dem Schwarzmarkt wahrscheinlich auch nicht teurer wäre. Und damit sind wir zurück bei der Eingangsfrage. Hat jemand entsprechendes Fachwissen zur Destillation von Scheibenfrostschutz? Gerne Chemiker o.ä.


Danke im Voraus.


Gruß


DarkStone


P.S.: Ja, mich interessiert auch, wie ihr hinterher Kessel usw. wieder sauber bekommen habt, bzw. was damit passiert ist. Im Zweifelsfall müsste ja auskochen durchaus reichen, oder? Ach so, ich arbeite aktuell mit Kupfer, denke aber über Edelstahl nach.


P.P.S.: Zweiter Hintergrund ist die Versorgung einer privaten Kinder-Hilfsorganisation mit entsprechendem (Not-)Desinfektionsmittel, da diese aktuell ebenfalls vom Bezug abgeschnitten ist und deren Reserven gehen ebenfalls zur Neige. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn ich selbst entsprechende Mengen Alkohol günstig herstellen kann.

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